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PDF/X-Format

Auch: PDF/X, PDF for Exchange, Druck-PDF, PDF/X-1a, PDF/X-3, PDF/X-4

PDF/X ist eine genormte Untergruppe von PDF nach ISO 15930, speziell entwickelt für den verlässlichen Austausch druckfertiger Daten. Sie schreibt Farbprofile, Schriften-Einbettung und Output-Intent verbindlich vor und schließt unsichere Elemente wie Formularfelder, JavaScript oder eingebettete Videos aus dem Druck-Workflow grundsätzlich aus.

Aktualisiert: 04.05.2026

Im Detail

Das PDF/X-Format ist eine Familie standardisierter PDF-Spezifikationen, die unter dem Schirm der ISO 15930-Reihe veröffentlicht wurden. Ziel ist ein blind exchange genannter Datenaustausch: Sender und Empfänger erhalten ohne Rückfragen ein druckfähiges Ergebnis. Drei Varianten dominieren die Praxis. PDF/X-1a:2001 entspricht ISO 15930-1 und erlaubt ausschließlich CMYK und Schmuckfarben, keine Transparenzen, keine RGB-Bilder, alle Schriften müssen eingebettet sein. PDF/X-3:2002 nach ISO 15930-3 lässt zusätzlich gerätunabhängige Farbräume mit ICC-Profilen zu, ebenfalls ohne Live-Transparenzen. PDF/X-4:2010 nach ISO 15930-7 ist der heutige Standard für moderne Workflows und unterstützt Live-Transparenzen, Ebenen sowie ICC-basierte Farbverwaltung. Verbindlich für jede PDF/X-Datei ist ein Output Intent: ein eingebettetes ICC-Profil, das den Zielfarbraum beschreibt, etwa ISO Coated v2 für gestrichene Papiere oder PSO Uncoated für ungestrichene Bedruckstoffe. Verboten sind im PDF/X-Workflow Elemente, die nicht zuverlässig druckbar sind: Formularfelder, JavaScript, Verschlüsselungen mit Passwortschutz, Anmerkungen im sichtbaren Bereich, eingebettete Videos oder externe Verweise. Die Erzeugung erfolgt über Adobe Acrobat Distiller, Adobe InDesign Export oder professionelle Preflight-Werkzeuge wie callas pdfToolbox oder Enfocus PitStop. Im Großformatdruck und bei Werbetechnik wird heute meist PDF/X-4 erwartet, weil es Transparenzen ohne Reduzierung sauber transportiert und Farbprofile sicher mitführt. PDF/X ersetzt nicht den Beschnitt oder das korrekte Anlegen von Endformat und Stanzkontur; die Spezifikation deckt ausschließlich die technische Reproduzierbarkeit der eingebetteten Inhalte ab.

Belegte Fakten & Standards

  • standardPDF/X-1a ist in ISO 15930-1:2001 normiert und erlaubt ausschließlich CMYK und Schmuckfarben, keine RGB-Daten und keine Live-Transparenzen.[1]
  • standardPDF/X-4 ist in ISO 15930-7:2010 normiert und erlaubt Live-Transparenzen, Ebenen und ICC-basierte Farbverwaltung.[1]
  • definitionJede PDF/X-Datei muss einen Output Intent enthalten, der den Zielfarbraum mit einem ICC-Profil eindeutig beschreibt.[1][2]
  • standardIn PDF/X dürfen Formularfelder, JavaScript, Verschlüsselung und eingebettete Multimedia-Elemente nicht enthalten sein, da sie nicht reproduzierbar druckbar sind.[1][2]
  • standardSchriften müssen in PDF/X-Dateien vollständig eingebettet oder als Pfade konvertiert sein, eine Verlinkung auf Systemschriften ist nicht zulässig.[1][2]
  • toolingDie Ghent Workgroup veröffentlicht aufbauend auf PDF/X branchenspezifische Specifications (z.B. GWG 2022) für Bogenoffset, Akzidenzdruck und Großformat.[1]

Anwendung in der Praxis

Druckdaten für Werbebanner oder Großformatdruck anliefern

Empfehlung: PDF/X-4 mit eingebettetem ICC-Profil (z.B. ISO Coated v2 oder Fogra39) verwenden.

PDF/X-4 transportiert Live-Transparenzen verlustfrei und sichert die Farbverbindlichkeit über das mitgeführte Output Intent.

Druckdaten für Bogenoffset im Akzidenzdruck

Empfehlung: PDF/X-1a oder PDF/X-4 nach Vorgabe der Druckerei exportieren, alle Schriften einbetten und in CMYK konvertieren.

Akzidenzdruckereien erwarten häufig noch PDF/X-1a, weil Workflows mit reduzierten Transparenzen historisch sicherer waren; moderne Workflows bevorzugen PDF/X-4.

Datei mit Sonderfarben und Stanzkontur anlegen

Empfehlung: PDF/X-4 wählen, Stanzkontur als Spot-Color auf eigenem Layer mit Attribut Überdrucken anlegen.

PDF/X-4 unterstützt Schmuckfarben sauber, ohne dass die Stanzlinie versehentlich in CMYK separiert oder reduziert wird.

Preflight vor Druckabgabe automatisieren

Empfehlung: Adobe Acrobat Preflight-Profil PDF/X-4 ausführen oder callas pdfToolbox-Profil nach GWG 2022 anwenden.

Preflight prüft fehlende Schriften, RGB-Reste, Auflösung und Output Intent in einem Schritt und liefert ein Reportprotokoll.

Beispiele

  • Aus Adobe InDesign über Datei > Exportieren > Adobe PDF (Druck) > Vorgabe PDF/X-4:2010 mit Output Intent Coated FOGRA39.Standard-Export aus InDesign für moderne Druckworkflows.
  • Acrobat Pro DC: Werkzeuge > Druckproduktion > Preflight > PDF/X-4 prüfen, Bericht als PDF speichern.Preflight-Check vor dem Hochladen ins Druckportal.

Quellen

  1. [1]ISO 15930-1:2001 Graphic technology — Prepress digital data exchange — Use of PDF — Part 1: Complete exchange using CMYK data (PDF/X-1 and PDF/X-1a)International Organization for Standardization — 01.11.2001 · Scope, Clause 1
    Specifies a use of PDF for the exchange of digital data intended for prepress, restricted to CMYK and spot colour data.
    Archiviert ↗
  2. [2]ISO 15930-7:2010 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 7: Complete exchange of printing data using PDF 1.6 (PDF/X-4)International Organization for Standardization — 15.05.2010 · Scope, Clause 4
    Specifies a subset of PDF 1.6 for prepress data exchange that supports live transparency and ICC-based colour management.
    Archiviert ↗
  3. [3]PDF/X-, PDF/A-, PDF/VT- und PDF/E-konforme Dateien (Acrobat Pro)Adobe Inc. — 15.09.2024 · Abschnitt PDF/X
    PDF/X ist eine ISO-Norm für den Austausch grafischer Inhalte und stellt sicher, dass Farben, Schriften und Auflösungen druckfähig sind.
    Archiviert ↗
  4. [4]Ghent Workgroup Specifications 2022Ghent Workgroup — 01.06.2022 · GWG 2022 Specifications Overview
    GWG specifications build on PDF/X-4 and define application settings, preflight profiles and exchange rules for sheetfed, web and large format.
    Archiviert ↗

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