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ICC-Profil

Auch: ICC Color Profile, Farbprofil, Color Management Profile

Ein ICC-Profil ist eine standardisierte Datei, die das Farbverhalten eines Geräts oder eines Farbraums mathematisch beschreibt. Über ICC-Profile werden Farben zwischen Bildschirm, Drucker und Bearbeitungsprogrammen verlustarm übersetzt. Sie sind die Grundlage für vorhersagbares Color Management vom Foto über das Layout bis zum gedruckten Endergebnis.

Aktualisiert: 04.05.2026

Im Detail

Ein ICC-Profil ist eine Datei nach Spezifikation des International Color Consortium und in ISO 15076-1 normiert. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen geräteabhängigen Farbwerten (RGB oder CMYK) und einem geräteunabhängigen Referenzfarbraum (PCS), in der Regel CIE Lab oder CIE XYZ. Profile werden auf Betriebssystemebene und in Anwendungen verwendet, um Farben zwischen Eingabegeräten (Kamera, Scanner), Anzeigegeräten (Monitor) und Ausgabegeräten (Drucker, Druckmaschine) zu übersetzen. Die typischen Dateiendungen sind .icc und .icm. Im Druck sind Output-Profile entscheidend. Verbreitete Beispiele sind PSO Coated v3 (FOGRA51) für gestrichene Bilderdruckpapiere, PSO Uncoated v3 (FOGRA52) für ungestrichene Papiere oder ISOcoated_v2_eci basierend auf FOGRA39. Auf der Eingabeseite sind sRGB nach IEC 61966-2-1, AdobeRGB (1998) und Display P3 üblich. Beim Wandeln zwischen Profilen wirkt der gewählte Rendering Intent. Vier Modi sind in der ICC-Spezifikation definiert: Perceptual (wahrnehmungsbasiert) komprimiert den Farbumfang harmonisch, Relative Colorimetric bildet möglichst farbtreu ab und passt nur den Weißpunkt an, Saturation maximiert die Sättigung und ist primär für Grafiken gedacht, Absolute Colorimetric simuliert auch den Papierton und wird vor allem im Proofing verwendet. Damit ICC-Profile zuverlässig wirken, müssen sie in den Bilddateien und im PDF eingebettet sein. Der Output Intent in einer PDF/X-Datei nach ISO 15930 ist nichts anderes als ein eindeutig referenziertes ICC-Profil, dem alle Beteiligten vertrauen. Fehlt das Profil, raten Anwendungen und müssen ein Default annehmen, was die Reproduzierbarkeit zerstört. In Layoutprogrammen wird ein Working Space gesetzt, Bilder mit fremden Profilen werden konvertiert oder zugewiesen und Soft-Proof-Vorschauen ermöglichen ein verlässliches Vorab-Bild des Druckergebnisses. Auch FOGRA-Charakterisierungsdaten basieren auf gemessenen Druckbedingungen und werden in standardisierten ICC-Profilen abgebildet.

Belegte Fakten & Standards

  • definitionEin ICC-Profil beschreibt das Farbverhalten eines Geräts oder Farbraums in Bezug auf einen Profile Connection Space (PCS) wie CIE Lab oder CIE XYZ.[1]
  • standardISO 15076-1 entspricht der ICC.1:2010 Spezifikation und definiert das ICC-Profilformat als internationale Norm.[1][2]
  • standardDie ICC-Spezifikation definiert vier Rendering Intents: Perceptual, Relative Colorimetric, Saturation und Absolute Colorimetric.[1]
  • definitionStandard-Dateiendungen für ICC-Profile sind .icc und .icm.[1]
  • toolingPSO Coated v3 basiert auf FOGRA51 und ist ein verbreitetes ICC-Output-Profil für gestrichene Bilderdruckpapiere.[1]
  • standardDer Output Intent in PDF/X-Dateien nach ISO 15930 referenziert ein ICC-Profil, das den Zielfarbraum verbindlich beschreibt.[1]

Anwendung in der Praxis

Druckdaten für Plakate auf gestrichenem Papier vorbereiten

Empfehlung: PSO Coated v3 (FOGRA51) als Output-Profil verwenden und im PDF/X-4 als Output Intent einbetten.

Das Profil bildet die Bedingungen typischer Bilderdruckpapiere ab und macht die Farbumrechnung zwischen Layoutprogramm und Druckmaschine reproduzierbar.

Foto in AdobeRGB für ein Magazin abgegeben

Empfehlung: Bild im Layoutprogramm in das Druckprofil konvertieren, gewünschten Rendering Intent prüfen (meist Perceptual oder Relative Colorimetric mit Schwarzpunktkompensation).

AdobeRGB hat einen anderen Farbumfang als CMYK. Eine bewusste Konvertierung mit passendem Rendering Intent verhindert Sättigungsverluste und Tonwertabrisse.

Bildschirm zeigt andere Farben als der Probedruck

Empfehlung: Monitor mit Hardware-Sensor profilieren und im Layoutprogramm das Druckprofil als Soft-Proof aktivieren.

Erst ein gemessenes Monitorprofil ermöglicht eine realistische Vorschau des Druckergebnisses. Ohne Kalibrierung sind Farbabweichungen unvermeidlich.

Beispiele

  • Ein Magazin liefert Druckdaten als PDF/X-4 mit eingebettetem Output Intent ISOcoated_v2_eci (FOGRA39). Bilder dürfen RGB sein, weil die Druckerei sie kontrolliert in den Output Intent konvertieren kann.Beispiel: PDF/X-4 mit ICC Output Intent
  • Eine Designagentur arbeitet im Working Space AdobeRGB. Beim Export werden Bilder mit Rendering Intent Relative Colorimetric und Schwarzpunktkompensation in PSO Coated v3 konvertiert.Beispiel: Konvertierung mit definiertem Rendering Intent

Quellen

  1. [1]ICC.1:2010 Specification — Image technology colour management — Architecture, profile format, and data structureInternational Color Consortium — 01.12.2010 · Section 6 Profile structure, Section 7 Tag definitions
    Specifies the ICC profile format, the Profile Connection Space and the rendering intents used for colour transformations.
    Archiviert ↗
  2. [2]ISO 15076-1:2010 Image technology colour management — Architecture, profile format and data structure — Part 1: Based on ICC.1:2010International Organization for Standardization — 15.12.2010 · Scope
    Establishes the ICC profile format as international standard for colour management.
    Archiviert ↗
  3. [3]FOGRA Characterization Data and ICC Profiles (FOGRA39, FOGRA51, FOGRA52)Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e. V. — 15.01.2024 · ICC-Profile
    Charakterisierungsdaten und ICC-Profile beschreiben definierte Druckbedingungen für die Druckdatenproduktion.
    Archiviert ↗
  4. [4]ISO 15930 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF (PDF/X)International Organization for Standardization — 30.04.2020 · Output Intent
    Defines the use of an Output Intent referencing an ICC profile for blind exchange of print-ready PDF data.
    Archiviert ↗

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