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CMYK vs RGB

Auch: CMYK gegen RGB, Druckfarbraum vs Bildschirmfarbraum, Vierfarbdruck vs Bildschirmfarbe

CMYK und RGB sind zwei grundlegend unterschiedliche Farbmodelle für Bildschirm und Druck. RGB ist additiv und mischt Bildschirmfarben aus Rot, Grün und Blau. CMYK ist subtraktiv und mischt Druckfarben aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Druckdaten gehören in CMYK, Bildschirminhalte in RGB, sonst entstehen unkontrollierte Farbverschiebungen.

Aktualisiert: 04.05.2026

Im Detail

Das RGB-Modell beschreibt Farbe additiv über die Lichtquellen Rot, Grün und Blau. Bildschirme, Kameras und Webgrafiken arbeiten in RGB-Farbräumen wie sRGB nach IEC 61966-2-1, AdobeRGB (1998) oder Display P3. Werden alle drei Kanäle auf Maximum gemischt, entsteht Weiß. RGB-Farbräume sind in der Regel grösser als druckbare Farbräume und bilden vor allem leuchtende Töne realistisch ab. Das CMYK-Modell beschreibt Farbe subtraktiv über die Druckfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz). Es ist abhängig von Bedruckstoff, Druckverfahren und Tonwertzunahme. Internationaler Standard für den Offsetdruck ist ISO 12647-2 in Verbindung mit Charakterisierungsdaten wie FOGRA39 (gestrichene Papiere) oder FOGRA51 (PSO Coated v3). Diese Charakterisierungen definieren das tatsächlich druckbare Farbvolumen. Der Unterschied der Farbumfänge ist relevant: sRGB deckt rund 35 Prozent des Lab-Volumens ab, AdobeRGB rund 50 Prozent, FOGRA39 nur etwa 45 Prozent eines deutlich anders geformten Bereichs. Leuchtende Blau-, Grün- und Orangetöne aus RGB liegen häufig ausserhalb des CMYK-Gamuts und werden beim Konvertieren zwangsweise in den nächsten druckbaren Ton verschoben (Gamut Mapping). Damit Druckergebnisse vorhersagbar werden, sollten Druckdaten in einem geeigneten CMYK-Profil angeliefert werden, ergänzt durch eine PDF/X-konforme Ausgabe nach ISO 15930. Eine Konvertierung ohne ICC-Profil führt zu zufälligen Farbverschiebungen, weil die Software mit einem unbekannten Default-Profil rechnet. Im Layoutprogramm wird der Output Intent früh gesetzt, Bilder werden in den Zielfarbraum überführt und Spotfarben bei Bedarf in CMYK separiert. RGB-Bilder dürfen technisch ebenfalls in einer PDF/X-4 enthalten sein, müssen aber durch einen sauberen Output Intent zuverlässig konvertierbar sein.

Belegte Fakten & Standards

  • definitionRGB ist ein additives Farbmodell, das Farben durch Mischen der Lichtfarben Rot, Grün und Blau erzeugt.[1]
  • definitionCMYK ist ein subtraktives Farbmodell mit den Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz) für den Druck.[1]
  • standardISO 12647-2:2013 definiert die Prozesssteuerung für die Herstellung von Rasterfarbauszügen, Andrucken und Auflagendrucken im Offsetdruck.[1]
  • standardFOGRA39 charakterisiert Offsetdruck auf gestrichenen Bilderdruckpapieren und dient als Referenz für CMYK-Druckdaten.[1]
  • standardDer sRGB-Farbraum ist in IEC 61966-2-1 definiert und seit 1996 als Standard-Farbraum für Bildschirme und Web verbreitet.[1]
  • standardDruck-PDFs werden bevorzugt nach PDF/X gemäss ISO 15930 mit eindeutigem Output Intent geliefert, um die Farbkonvertierung vorhersagbar zu halten.[1]

Anwendung in der Praxis

Logo aus einer Webseite (sRGB) soll auf einem Werbebanner gedruckt werden

Empfehlung: Vor der Druckdatenerstellung in einen geeigneten CMYK-Farbraum (z. B. PSO Coated v3 / FOGRA51) konvertieren und kritische Farben prüfen.

Leuchtende RGB-Töne liegen oft ausserhalb des CMYK-Gamuts und werden beim Drucken zwangsweise verschoben. Eine bewusste Konvertierung verhindert Überraschungen.

Foto einer Produktszene wird im Bilderdruck verwendet

Empfehlung: Bilddatei in das vom Druckverfahren erwartete CMYK-Profil konvertieren und Output Intent in der PDF/X-Datei einbetten.

Ein eingebetteter Output Intent stellt sicher, dass Druckerei und Auftraggeber denselben Zielfarbraum referenzieren und die Bildtöne reproduzierbar werden.

Markenfarbe ist in HEX/RGB definiert, soll aber konstant gedruckt werden

Empfehlung: Markenfarbe als Pantone-Spotfarbe definieren oder eine fixe CMYK-Rezeptur freigeben und beides in den Brand Guidelines hinterlegen.

Eine reine RGB-Definition genügt nicht, da das gleiche RGB je nach Profil unterschiedliche CMYK-Werte erzeugt. Spotfarbe oder feste CMYK-Werte sind reproduzierbar.

Beispiele

  • Eine Markenfarbe sRGB(0, 120, 255) liegt teilweise ausserhalb von FOGRA39. Beim Konvertieren nach CMYK landet sie bei etwa 90/55/0/0 und wirkt im Druck weniger leuchtend als am Bildschirm.Beispiel: leuchtendes RGB-Blau im CMYK-Druck
  • Ein PDF/X-4 enthält RGB-Bilder mit eingebettetem sRGB-Profil und einen Output Intent FOGRA51. Die Druckerei kann die Bilder kontrolliert in den Druckfarbraum überführen.Beispiel: PDF/X-4 mit RGB-Bildern und Output Intent

Quellen

  1. [1]ISO 12647-2:2013 Graphic technology — Process control for the production of half-tone colour separations, proof and production prints — Part 2: Offset lithographic processesInternational Organization for Standardization — 15.12.2013 · Scope, Section 1
    Specifies process control requirements for production of colour separations, proofs and printed product using offset lithographic processes.
    Archiviert ↗
  2. [2]IEC 61966-2-1:1999 Multimedia systems and equipment — Colour measurement and management — Part 2-1: Default RGB colour space — sRGBInternational Electrotechnical Commission — 01.10.1999 · Scope
    Defines the default RGB colour space sRGB for multimedia systems and equipment.
    Archiviert ↗
  3. [3]FOGRA Characterization Data: FOGRA39 / FOGRA51Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e. V. — 15.01.2024 · Charakterisierungsdaten
    Charakterisierungsdaten beschreiben den Farbumfang typischer Offsetdruck-Bedingungen und sind Grundlage für ICC-Profile.
    Archiviert ↗
  4. [4]ISO 15930 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF (PDF/X)International Organization for Standardization — 30.04.2020 · Scope
    Specifies the use of PDF for blind exchange of complete and partial print-ready digital data including the Output Intent.
    Archiviert ↗

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