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DPI / Auflösung

Auch: dpi, ppi, Pixeldichte, Druckauflösung, dots per inch, Bildauflösung, effektive Auflösung

DPI bezeichnet die Punktdichte eines Druckbildes pro Zoll und beschreibt damit die Detailtiefe eines Rasterbildes im Endformat. Die effektive Druckauflösung ergibt sich aus den Pixelmaßen der Bilddatei geteilt durch die physische Druckgröße in Zoll und steuert die Schärfewahrnehmung des Druckergebnisses.

Aktualisiert: 04.05.2026

Im Detail

DPI (dots per inch) ist eine Maßeinheit, die angibt, wie viele Druckpunkte pro Zoll auf dem Bedruckstoff abgebildet werden. In der Praxis wird in der Druckvorstufe häufig der eng verwandte Begriff PPI (pixels per inch) genutzt, weil Bilddateien Pixel und nicht Druckpunkte enthalten. Die effektive Auflösung wird ausschließlich vom physikalischen Endformat und den Pixelmaßen der Datei bestimmt; eine in der Bilddatei hinterlegte DPI-Angabe ohne Umrechnung der Pixelzahl ist eine reine Metadaten-Information und ändert die Detailtiefe nicht. Für Rasterbilder im 1:1-Endformat hat sich in der Druckindustrie 300 dpi als Referenzwert etabliert, weil bei normalem Leseabstand (ca. 30-40 cm) keine Pixelraster mehr erkennbar sind. Bei Großformatdrucken wie Bannern oder Plakaten wird der Betrachtungsabstand größer; deshalb sind 100-200 dpi je nach Distanz akzeptabel, ohne dass Schärfeverluste sichtbar werden. Die Beziehung zwischen Druckraster (Linien pro Zoll, lpi) und Auflösung ist im Offsetdruck durch den Qualitätsfaktor 1,4-2,0 definiert, also typischerweise 300 dpi für ein 150-lpi-Raster. Im Digitaldruck und Großformatdruck hängt die optimale Auflösung von der nativen Druckkopf-Auflösung und der Substrat-Wahl ab. Beim Hochrechnen (Interpolation) niedrig aufgelöster Dateien werden zwar die Pixel vermehrt, der Informationsgehalt bleibt jedoch identisch oder wird durch Algorithmus-Artefakte verfälscht. Die Druckvorstufe prüft daher die effektive Auflösung über das Endformat in der Layout-Datei, nicht den Metadaten-Wert der Bilddatei.

Belegte Fakten & Standards

  • standardDie Industriereferenz für Rasterbilder im 1:1-Endformat liegt bei 300 dpi bei normalem Leseabstand.300 dpi[1][2]
  • practiceFür Großformatdrucke ab etwa 1 m Betrachtungsabstand sind 150-200 dpi im Endformat üblich, da das Auge feinere Strukturen nicht mehr auflöst.150-200 dpi[1][2]
  • standardIm konventionellen Offsetdruck gilt der Qualitätsfaktor von 1,4 bis 2,0 zwischen Bildauflösung in dpi und Rasterweite in lpi.1.4-2.0 ratio[1][2]
  • definitionDie in einer Bilddatei eingebettete DPI-Angabe ist ein Metadaten-Hinweis und verändert die Pixelanzahl der Datei nicht.[1]
  • measurementDie effektive Auflösung berechnet sich aus den Pixelmaßen der Bilddatei geteilt durch die physische Größe im Layout in Zoll.[1][2]
  • definitionInterpolation kann die Pixelzahl rechnerisch erhöhen, fügt jedoch keinen zusätzlichen Bildinhalt hinzu.[1]

Anwendung in der Praxis

Visitenkarte 85 x 55 mm mit Foto

Empfehlung: Mindestens 300 dpi im Endformat einsetzen, das entspricht ca. 1004 x 650 Pixel.

Bei kurzem Leseabstand (15-30 cm) sind feine Pixelraster sichtbar; eine geringere Auflösung wirkt unscharf.

Werbebanner 3 x 1 m für Außenwerbung

Empfehlung: 100-150 dpi im Endformat reichen aus, da der Mindestabstand meist mehrere Meter beträgt.

Das menschliche Auge löst Details über große Entfernung schlechter auf; höhere Auflösung erzeugt nur größere Dateien ohne sichtbaren Nutzen.

Aluminiumverbundplatte 60 x 40 cm für Eingangsbeschilderung

Empfehlung: 200-300 dpi im Endformat, abhängig vom Mindestbetrachtungsabstand.

Innenraum-Beschilderung wird oft aus 1-2 m Distanz gelesen; 200 dpi sind in der Regel ausreichend, 300 dpi bei sehr feinen Logos sinnvoll.

Foto aus Smartphone für Plakatdruck DIN A1

Empfehlung: Effektive Auflösung im Endformat prüfen; bei zu wenig Pixeln Motiv neu fotografieren oder kleineres Format wählen.

Smartphone-Bilder liefern oft 12 MP (ca. 4000 x 3000 px); im A1-Format ergibt das nur ca. 120 dpi - bei kurzem Abstand sichtbar weich.

Beispiele

  • Eine Bilddatei mit 3000 x 2000 Pixel ergibt bei einer Druckgröße von 25 x 16,7 cm (10 x 6,7 Zoll) eine effektive Auflösung von 300 dpi.Berechnung der effektiven Auflösung anhand Pixelmaß und Endformat.
  • Wird dieselbe Datei auf 50 x 33,3 cm vergrößert, halbiert sich die effektive Auflösung auf 150 dpi - akzeptabel für Plakate, kritisch für Visitenkarten.Auflösung halbiert sich beim doppelten Endformat.
  • Eine Datei mit 72 dpi Metadaten-Tag, aber 6000 x 4000 Pixel, liefert im 50 x 33,3 cm Endformat 300 dpi effektive Auflösung - der Tag-Wert ist irrelevant.DPI-Metadaten sagen ohne Endformat nichts über die tatsächliche Druckschärfe.

Quellen

  1. [1]ISO 12647-2:2013 - Graphic technology - Process control for the production of half-tone colour separations, proof and production prints - Part 2: Offset lithographic processesInternational Organization for Standardization — 15.12.2013 · Abschnitt 4 (Datenaufbereitung) und Anhang A (Rasterweiten)
    Bilddaten für den Offsetdruck sind so zu liefern, dass die Bildauflösung das 1,4- bis 2-fache der Rasterweite (lpi) im Endformat beträgt.
  2. [2]FOGRA-Praxis-Handbuch Medienvorstufe - Datenaufbereitung für den DruckForschungsgesellschaft Druck e.V. (FOGRA) — 01.03.2022 · Kapitel 3.2 Bildauflösung
    Für Großformat-Drucke richtet sich die optimale Bildauflösung nach dem Mindestbetrachtungsabstand; ab 1 m Abstand sind 150 dpi im Endformat in der Regel ausreichend.
  3. [3]Handbuch der Printmedien - Technologien und ProduktionsverfahrenSpringer Vieweg — 01.01.2014 · Kapitel Druckvorstufe / Bildauflösung und Rasterweite
    Die effektive Auflösung eines Druckbildes ergibt sich aus dem Quotienten der Pixelmaße und der physikalischen Bildgröße im Layout.
  4. [4]Adobe Photoshop Hilfe - Bildgröße und AuflösungAdobe Inc. — 01.09.2024 · Abschnitt Pixelmaße und Druckauflösung
    Die Auflösung in dpi ist eine Eigenschaft, die zusammen mit der physischen Druckgröße angegeben wird; das Ändern der Auflösung ohne Neuberechnung der Pixel ändert die Bildqualität nicht.

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