Vektor vs Pixel
Auch: Vektorgrafik, Pixelgrafik, Rastergrafik, Bitmap, skalierbare Grafik, Vector vs Raster
Vektorgrafiken beschreiben Formen über mathematische Bezier-Kurven und sind verlustfrei skalierbar, während Pixelgrafiken aus einem festen Raster aus Bildpunkten bestehen und beim Vergrößern Detailinformation verlieren. Vektoren eignen sich für Logos und Typografie, Pixelbilder für fotografische Inhalte mit Farbverläufen und feinen Tonwertübergängen.
Aktualisiert: 04.05.2026Im Detail
Vektorgrafiken und Pixelgrafiken sind die zwei grundlegenden Bilddaten-Modelle in der Druckvorstufe. Eine Vektorgrafik speichert ein Bild als Sammlung mathematisch definierter Kurven und Formen - meist Bezier-Kurven mit Ankerpunkten und Tangenten - sowie zugehörige Eigenschaften wie Konturstärke, Füllung und Schichtreihenfolge. Beim Skalieren werden diese Pfade neu gerendert, wodurch Linien und Kanten unabhängig von der Ausgabegröße scharf bleiben. Typische Vektorformate sind SVG, EPS, AI und PDF mit eingebetteten Vektorelementen. Pixelgrafiken hingegen speichern für jede Position eines festen Rasters einen Farbwert. Die Bildqualität ist daher direkt an die Pixelanzahl und die Ausgabegröße gebunden; beim Vergrößern werden die Pixel sichtbar oder müssen interpoliert werden, was Schärfe kostet. Typische Rasterformate sind TIFF, JPEG, PNG und PSD. Für Schriftzüge, Logos, technische Zeichnungen und Symbole sind Vektorformate die erste Wahl, weil sie auch in Großformaten - etwa auf einem 5-Meter-Banner - keine Treppenstufen oder Unschärfe zeigen. Fotografien hingegen lassen sich nicht ohne weiteres in echte Vektoren umwandeln; eine Vektorisierung führt entweder zu vereinfachten flächigen Posterisierungen oder zu sehr großen Dateien mit minimalen Polygonen. In der Druckvorstufe werden häufig Hybriddateien verwendet, etwa ein PDF/X mit Vektor-Logos und eingebetteten Pixel-Fotos. Beim PDF-Export bleiben Vektor- und Pixelobjekte als getrennte Element-Klassen erhalten, was die spätere Ausgabequalität sichert. Zusätzlich nimmt die Dateigröße einer Vektorgrafik mit der Komplexität der Pfade zu, nicht mit der Ausgabegröße, während Pixelgrafiken mit zunehmender Auflösung quadratisch im Speicherbedarf wachsen.
Belegte Fakten & Standards
- definitionVektorgrafiken speichern Formen über mathematische Bezier-Kurven mit Ankerpunkten und Tangenten und sind dadurch verlustfrei skalierbar.[1][2]
- definitionPixelgrafiken bestehen aus einem festen Raster aus Bildpunkten und verlieren beim Vergrößern an Schärfe.[1][2]
- toolingStandardformate für Vektorgrafiken sind SVG, EPS, AI und PDF mit eingebetteten Vektorobjekten.[1][2]
- toolingStandardformate für Pixelgrafiken sind TIFF, JPEG, PNG und PSD.[1][2]
- practiceDie Vektorisierung einer Fotografie erzeugt entweder eine vereinfachte Flächendarstellung oder Dateien mit großer Anzahl an Polygonen ohne Qualitätsgewinn.[1][2]
- standardPDF/X kann Vektor- und Pixelobjekte gemeinsam in einer Datei aufnehmen und behandelt sie beim Druck als getrennte Elementklassen.[1]
Anwendung in der Praxis
Firmenlogo auf 5 m breitem Werbebanner
Empfehlung: Logo als Vektordatei (AI, EPS oder SVG) liefern und in PDF/X einbetten.
Vektoren bleiben unabhängig vom Endformat scharf; ein 1000 Pixel breites Pixel-Logo wäre auf 5 m unscharf und hätte sichtbare Treppenstufen.
Produktfoto auf DIN-A2-Plakat
Empfehlung: Foto als hochaufgelöste Pixeldatei (TIFF oder JPEG) mit ausreichend Pixeln im Endformat liefern.
Fotografien bestehen aus weichen Tonwertverläufen und feinen Texturen, die in einer Vektordatei nicht sinnvoll abgebildet werden können.
Aufkleber mit Logo und Stanzkontur
Empfehlung: Logo als Vektor anlegen, Stanzkontur als geschlossener Vektorpfad in einer separaten Volltonfarben-Ebene.
Stanzkonturen werden vom Plotter direkt als Pfad eingelesen; Pixelgrafiken können nicht als Schnittpfad interpretiert werden.
Visitenkarte mit Logo und Headshot-Foto
Empfehlung: Hybrid-PDF/X mit Logo als Vektorobjekt und Foto als 300 dpi Pixelobjekt im Endformat.
Beide Bildtypen werden so optimal in jeweils ihrer nativen Form transportiert und in der Druckvorstufe getrennt behandelt.
Beispiele
- Ein in SVG erstelltes Logo lässt sich auf 1 cm oder 1 m Größe ausgeben, ohne dass Kanten ausfransen oder Pixel sichtbar werden.Skalierbarkeit eines SVG-Logos.
- Ein 1024 x 768 Pixel großes JPEG, gedruckt in DIN A4 (21 x 29,7 cm), erreicht etwa 124 dpi - bei kurzem Leseabstand sichtbar weich.Pixelgrenzen einer Rasterdatei beim Druck.
- Ein typisches Druck-PDF enthält Logos als Vektorobjekte (Pfade in Adobe Illustrator angelegt) und Produktfotos als eingebettete Pixelbilder bei 300 dpi.Hybrid-PDF aus Vektor- und Pixelelementen.
Verwandte Begriffe
Verwandte Vergleiche
Quellen
- [1]Adobe Illustrator Hilfe - Über Vektorgrafiken und Pfade
Vektorgrafiken bestehen aus Linien und Kurven, die durch mathematische Objekte definiert sind, sogenannte Vektoren - sie können ohne Qualitätsverlust skaliert werden.
- [2]Adobe Photoshop Hilfe - Bildgrundlagen Raster und Vektor
Rasterbilder verwenden ein Raster aus Pixeln, um Bilder darzustellen; beim Skalieren auf eine größere Ausgabegröße werden Pixel sichtbar oder Detailinformation geht verloren.
- [3]Scalable Vector Graphics (SVG) 2
SVG ist ein XML-basiertes Format für zweidimensionale Vektorgrafiken, die ohne Qualitätsverlust skalierbar sind.
- [4]ISO 12639:2004 - Graphic technology - Prepress digital data exchange - Tag image file format for image technology (TIFF/IT)
TIFF/IT ist ein Tag-basiertes Bildformat für die Druckvorstufe und beschreibt Pixelbilder mit zugehörigen Metadaten.
- [5]Digitale Bildverarbeitung - Eine algorithmische Einführung mit Java
Pixelbilder rastern eine Szene in Punkte mit fester Auflösung, während Vektorgrafiken Formen über mathematische Pfade beschreiben und beliebig skalierbar sind.
- [6]ISO 15930-7:2010 - Graphic technology - Prepress digital data exchange using PDF - Part 7: PDF/X-4
PDF/X-4 erlaubt sowohl Vektor- als auch Pixelobjekte im selben Seiteninhalt und behandelt diese beim Rendern als getrennte Inhaltsklassen.