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Weißdruck / Deckweiß

Auch: Weißdruck, Deckweiß, White Ink, White Layer, Whitelayer, UV-Weiß, Weißkanal

Weißdruck bezeichnet das Drucken mit deckender Weißtinte als zusätzlicher Schmuckfarbe. Im UV-Direktdruck dient die Weißschicht als Untergrund auf transparenten oder dunklen Materialien wie Folien, Acrylglas oder Forex, damit darüber gedruckte CMYK-Farben ihre volle Brillanz und Deckkraft erreichen. Üblich sind 100 Prozent Volldeckung oder 70 bis 80 Prozent Halbdeckung.

Aktualisiert: 04.05.2026

Im Detail

Weißdruck oder Deckweiß ist der Einsatz einer separaten weißen Tinte zusätzlich zu den vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz. Im UV-Direktdruck auf Flachbett- oder Rolle-zu-Rolle-Druckern wird die Weißtinte über eigene Druckköpfe aufgetragen und sofort mit UV-LED-Lampen gehärtet. Sie wird nötig, sobald das Substrat nicht weiß ist: transparente Folien wie PET oder Polycarbonat, klares Acrylglas, dunkle Hartschaumplatten, Aluminium oder farbige Textilien. Ohne weißen Untergrund würden CMYK-Farben durch das Material durchscheinen oder mit der Substratfarbe mischen, die Brillanz ginge verloren. In der Druckdatei wird der Weißkanal als Schmuckfarbe auf einer eigenen Ebene angelegt, übliche Spot-Color-Namen sind White, Weiß, WhiteLayer oder WeißLayer; jede Druckerei und jeder RIP wie Caldera, ColorGATE oder Onyx erwartet einen exakt definierten Namen. Drei Modi sind in der Praxis verbreitet. Vollflächiges Weiß mit 100 Prozent Deckung wird unter dem CMYK-Layer gedruckt und liefert maximale Farbsättigung. Selektives Weiß deckt nur die zu betonenden Flächen ab, der Rest des transparenten Substrats bleibt durchsichtig. Halbtransparentes Weiß mit 50 bis 80 Prozent Deckung erzeugt Milchglas-Effekte und durchscheinende Flächen, etwa für Fensterfolien oder beleuchtete Leuchtkästen, bei denen Licht von hinten durch den Druck fallen soll. Der Druckaufbau ist materialabhängig und wird in der Reihenfolge White-CMYK, CMYK-White oder als Sandwich CMYK-White-CMYK ausgeführt; letzteres wird bei doppelseitig sichtbaren Folien wie Schaufensterklebungen oder beidseitigen Acrylpaneelen eingesetzt. Im RIP wird die Weißmenge in Prozent gesteuert und mit Choke- oder Spread-Werten von etwa 0,2 Millimetern leicht innerhalb der Farbkante gehalten, damit kein weißer Rand neben dem Bild erscheint. Weißtinten enthalten Titandioxid als Pigment, sind dadurch dichter und verbrauchsintensiver als CMYK und müssen wegen Sedimentation regelmäßig zirkuliert werden, weshalb Geräte wie Roland VersaUV oder Mimaki UJF im Standby Wartungszyklen fahren.

Belegte Fakten & Standards

  • definitionWeißtinte im UV-Druck enthält Titandioxid (TiO2) als Pigment und wird über eigene Druckköpfe zusätzlich zu CMYK aufgetragen.[1][2]
  • practiceWeißdruck wird auf transparenten oder dunklen Substraten wie PET-Folie, Acrylglas, Aluminium oder farbigem Forex eingesetzt, um CMYK-Brillanz zu erhalten.[1][2]
  • practiceIn der Praxis werden drei Deckungsgrade verwendet: 100 Prozent für maximale Volldeckung, 70 bis 80 Prozent für Halbdeckung und milchige Effekte, sowie 0 Prozent für transparente Bereiche.0/70-80/100 %[1][2]
  • practiceDer Weißkanal wird in der Druckdatei als Schmuckfarbe (Spot Color) auf eigener Ebene angelegt, übliche Bezeichnungen sind White, Weiß oder WhiteLayer.[1][2]
  • toolingDer Druckaufbau erfolgt materialabhängig in den Reihenfolgen White-CMYK (Day-Mode für transparente Folien), CMYK-White (Backlit-Mode bei beleuchteten Schildern) oder CMYK-White-CMYK (doppelseitig sichtbar).[1][2]
  • practiceIm RIP wird der Weißkanal typisch um 0,1 bis 0,3 mm gechoked (verkleinert), damit der weiße Untergrund nicht über die Farbkante hinaussteht.0,1-0,3 mm[1]

Anwendung in der Praxis

Aufkleber auf transparenter PET-Folie für Schaufenster

Empfehlung: Weißkanal als Spot White unter den CMYK-Bereichen auf 100 Prozent Deckung anlegen, Druckmodus White-CMYK wählen.

Ohne Weiß-Untergrund würden Farben durch die transparente Folie durchscheinen und an Brillanz verlieren.

Beleuchteter Leuchtkasten mit Backlit-Folie

Empfehlung: Druckaufbau CMYK-White-CMYK (Sandwich) mit 70-80 Prozent Weiß-Deckung im mittleren Layer.

Beidseitiges CMYK liefert Tagesansicht und beleuchteten Effekt; das halbtransparente Weiß diffundiert das Licht gleichmäßig.

Direktdruck auf farbigem Forex oder Aluminium

Empfehlung: Weiß als 100-Prozent-Untergrund unter allen Farbflächen, Choke 0,2 mm im RIP einstellen.

Dunkle Substrate verschlucken sonst Farbsättigung; das Choke verhindert weiße Blitzer um die Bildkanten.

Spot-Effekt mit selektivem Weiß auf Klarsicht-Etikett

Empfehlung: Nur Logo-Bereich mit Weiß hinterlegen, Hintergrund transparent lassen.

Selektive Weißbelegung kombiniert Klarsicht-Effekt mit voll deckendem Logo und ist für Premium-Etiketten typisch.

Beispiele

  • Adobe Illustrator: Neuer Layer White über allen Farb-Layern. Vektorform mit Spot Color White (Vollton) füllen. Fenster > Attribute > Fläche überdrucken aktivieren. Export als PDF/X-4 mit Volltonfarben beibehalten.Anlage eines Weißkanals als Schmuckfarbe in Illustrator.
  • Onyx ProductionHouse RIP: Color > Spot Color Mapping > White Spot Channel zuweisen, Modus White-First wählen, Choke 0,2 mm einstellen.Konfiguration des Weißkanals im RIP für UV-Direktdruck.

Quellen

  1. [1]Mimaki UJF-Serie — Weißtinte (LUS-200) AnwendungshinweiseMimaki Engineering Co. Ltd. — 18.04.2024 · White Ink Application Notes
    Die Weißtinte LUS-200 nutzt Titandioxid-Pigment und wird auf transparenten oder farbigen Substraten als Untergrundschicht eingesetzt; empfohlene Deckungswerte 80-100 Prozent.
    Archiviert ↗
  2. [2]Roland VersaUV — White Ink Workflow GuideRoland DG Corporation — 22.11.2023 · White Ink Print Modes (Day, Backlit, Sandwich)
    VersaUV unterstützt drei White-Modi: White-CMYK für Tagesansicht auf transparenten Folien, CMYK-White für Rückbeleuchtung und CMYK-White-CMYK für beidseitig sichtbare Anwendungen.
    Archiviert ↗
  3. [3]Onyx Graphics — White Ink Channel Configuration in ProductionHouseOnyx Graphics Inc. — 08.02.2024 · Spot Color Mapping — White Channel
    ProductionHouse erlaubt das Mapping eines Spot-Channel-Namens (White, Weiß, WhiteLayer) auf den Weißkanal mit Choke-Werten von 0,1 bis 0,3 mm.
    Archiviert ↗
  4. [4]FESPA Industry Report — UV Inkjet White Ink ApplicationsFESPA — Federation of European Screen Printers Associations — 14.06.2023 · Industry Practice — Coverage Levels
    Industry standard practice for UV white ink uses 100 percent coverage for full opacity, 70-80 percent for translucent effects on backlit applications.
    Archiviert ↗

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