Bannergröße richtig bestimmen: Lesentfernung, Format, Wind
Die Bannergröße hängt nicht vom Wandmaß ab, sondern von Lesentfernung, Botschaft und Befestigungssituation. Aus der maximalen Sichtweite leitet sich die Schrifthöhe ab, daraus das Format. Diese Entscheidungs-Hilfe führt anhand der FGSV-Lesbarkeits-Faustformel, der DIN-EN-Wind-Last-Norm und gängiger Befestigungs-Praktiken durch die Wahl. Sie ersetzt das Bauchgefühl durch nachprüfbare Werte aus Industriestandards.

Schritt für Schritt
Lesentfernung bestimmen
Messen Sie die typische Distanz, aus der das Banner gelesen werden soll: Empfangstheke 2-3 Meter, Messewand 5-10 Meter, Hausfassade 20-50 Meter, Straßenfront 100 Meter und mehr. Diese Sichtweite ist die wichtigste Eingangsgröße, weil sie über die Mindestschrifthöhe entscheidet und damit indirekt über das Bannerformat.
Tipp: Bei sehr unterschiedlichen Sichtweiten plant man die Hauptbotschaft für die hintere Distanz, Detailtexte für die nahe.
[1]Schrifthöhe nach FGSV-Faustformel berechnen
Die in der FGSV-Richtlinie verankerte Faustregel sagt: 1 Zentimeter Schrifthöhe ergibt 1 Meter Lesentfernung. Aus 30 Meter Sichtweite folgen 30 Zentimeter Schrifthöhe, aus 5 Meter folgen 5 Zentimeter. Diese Werte beziehen sich auf serifenlose Versalschrift mit gutem Kontrast; verschnörkelte Schriften brauchen 50 Prozent mehr Höhe.
Tipp: Bei mehrzeiligem Text die wichtigste Zeile auf doppelte Mindesthöhe setzen, damit sie aus der Distanz dominiert.
[1]Bannerformat aus Schrifthöhe ableiten
Die Schrifthöhe darf maximal 25 Prozent der Bannerhöhe einnehmen, sonst wirkt das Layout gequetscht. Aus 30 Zentimeter Schrift folgt eine Bannerhöhe von 120 Zentimetern. Die Breite ergibt sich aus dem Botschaftsumfang; übliche Seitenverhältnisse sind 3:1 (klassisches Werbebanner) oder 4:1 (Straßenfront). Standardformate sind 100x300 cm, 150x400 cm und 200x500 cm.
Tipp: Standardformate aus dem Datenblatt der Druckerei sparen Material und vermeiden Verschnitt-Aufpreise.
[3]Material nach Wind-Exposition wählen
Geschlossenes PVC-Frontlit (440 g/qm) ist Standard für Innen- und geschützte Außenflaechen. Ab Bauzaun-Breiten über 4 Metern oder bei Hochhaus-Montagen empfiehlt DIN EN 1991-1-4 den Wechsel zu Mesh-Banner mit etwa 30 Prozent freier Fläche, weil die Wind-Last linear mit der geschlossenen Fläche steigt. Mesh reduziert die Wind-Last und damit Befestigungsdrehmoment und Reißrisiko deutlich.
Tipp: Bei Bauzaun-Bannern in Böen-Regionen die DIN-EN-Vorgaben für Lastzone gemeinsam mit dem Aufsteller prüfen.
[2]Befestigung dimensionieren
Ösen werden alle 50 Zentimeter, mindestens jedoch an den vier Ecken, eingestanzt. Bei Mesh-Bannern über 6 Quadratmeter empfiehlt sich Saumband mit Kederrand statt Einzelösen, um die Last gleichmaeßig auf den Rahmen zu verteilen. Spanngurte mit 25 Millimeter Breite halten in der Regel 250 Kilogramm Zugkraft - der konkrete Wert steht im Spanngurt-Datenblatt.
Tipp: Lieber zwei Spanngurte mehr als einen zu wenig - eine herausgerissene Öse kostet das ganze Banner.
[3]Druckauflösung an Distanz anpassen
Banner über 1 Meter Lesentfernung benötigen 150 dpi statt der sonst üblichen 300 dpi. Über 5 Meter sind 100 dpi vertretbar, über 20 Meter genügen 72 dpi. Niedrigere Auflösungen reduzieren Datei-Größen drastisch und beschleunigen den Upload, ohne dass das Auge auf der typischen Lesentfernung einen Unterschied erkennt.
Tipp: Bei der Druckerei nach 'Effective DPI' fragen - das ist die Auflösung an der Zielgröße, nicht in der Originaldatei.
[3]
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