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Entscheidungs-Hilfe

Bannergroesse richtig bestimmen: Lesentfernung, Format, Wind

Die Bannergroesse haengt nicht vom Wandmaß ab, sondern von Lesentfernung, Botschaft und Befestigungssituation. Aus der maximalen Sichtweite leitet sich die Schrifthoehe ab, daraus das Format. Diese Entscheidungs-Hilfe fuehrt anhand der FGSV-Lesbarkeits-Faustformel, der DIN-EN-Wind-Last-Norm und gaengiger Befestigungs-Praktiken durch die Wahl. Sie ersetzt das Bauchgefuehl durch nachpruefbare Werte aus Industriestandards.

Niveau: AnfaengerDauer: 12 minAktualisiert: 04.05.2026

Schritt fuer Schritt

  1. Lesentfernung bestimmen

    Messen Sie die typische Distanz, aus der das Banner gelesen werden soll: Empfangstheke 2-3 Meter, Messewand 5-10 Meter, Hausfassade 20-50 Meter, Strassenfront 100 Meter und mehr. Diese Sichtweite ist die wichtigste Eingangsgroesse, weil sie ueber die Mindestschrifthoehe entscheidet und damit indirekt ueber das Bannerformat.

    Tipp: Bei sehr unterschiedlichen Sichtweiten plant man die Hauptbotschaft fuer die hintere Distanz, Detailtexte fuer die nahe.

    [1]
  2. Schrifthoehe nach FGSV-Faustformel berechnen

    Die in der FGSV-Richtlinie verankerte Faustregel sagt: 1 Zentimeter Schrifthoehe ergibt 1 Meter Lesentfernung. Aus 30 Meter Sichtweite folgen 30 Zentimeter Schrifthoehe, aus 5 Meter folgen 5 Zentimeter. Diese Werte beziehen sich auf serifenlose Versalschrift mit gutem Kontrast; verschnoerkelte Schriften brauchen 50 Prozent mehr Hoehe.

    Tipp: Bei mehrzeiligem Text die wichtigste Zeile auf doppelte Mindesthoehe setzen, damit sie aus der Distanz dominiert.

    [1]
  3. Bannerformat aus Schrifthoehe ableiten

    Die Schrifthoehe darf maximal 25 Prozent der Bannerhoehe einnehmen, sonst wirkt das Layout gequetscht. Aus 30 Zentimeter Schrift folgt eine Bannerhoehe von 120 Zentimetern. Die Breite ergibt sich aus dem Botschaftsumfang; uebliche Seitenverhaeltnisse sind 3:1 (klassisches Werbebanner) oder 4:1 (Strassenfront). Standardformate sind 100x300 cm, 150x400 cm und 200x500 cm.

    Tipp: Standardformate aus dem Datenblatt der Druckerei sparen Material und vermeiden Verschnitt-Aufpreise.

    [1]
  4. Material nach Wind-Exposition waehlen

    Geschlossenes PVC-Frontlit (440 g/qm) ist Standard fuer Innen- und geschuetzte Aussenflaechen. Ab Bauzaun-Breiten ueber 4 Metern oder bei Hochhaus-Montagen empfiehlt DIN EN 1991-1-4 den Wechsel zu Mesh-Banner mit etwa 30 Prozent freier Flaeche, weil die Wind-Last linear mit der geschlossenen Flaeche steigt. Mesh reduziert die Wind-Last und damit Befestigungsdrehmoment und Reissrisiko deutlich.

    Tipp: Bei Bauzaun-Bannern in Boeen-Regionen die DIN-EN-Vorgaben fuer Lastzone gemeinsam mit dem Aufsteller pruefen.

    [1]
  5. Befestigung dimensionieren

    Oesen werden alle 50 Zentimeter, mindestens jedoch an den vier Ecken, eingestanzt. Bei Mesh-Bannern ueber 6 Quadratmeter empfiehlt sich Saumband mit Kederrand statt Einzeloesen, um die Last gleichmaeßig auf den Rahmen zu verteilen. Spanngurte mit 25 Millimeter Breite halten in der Regel 250 Kilogramm Zugkraft - der konkrete Wert steht im Spanngurt-Datenblatt.

    Tipp: Lieber zwei Spanngurte mehr als einen zu wenig - eine herausgerissene Oese kostet das ganze Banner.

    [1]
  6. Druckaufloesung an Distanz anpassen

    Banner ueber 1 Meter Lesentfernung benoetigen 150 dpi statt der sonst ueblichen 300 dpi. Ueber 5 Meter sind 100 dpi vertretbar, ueber 20 Meter genuegen 72 dpi. Niedrigere Aufloesungen reduzieren Datei-Groessen drastisch und beschleunigen den Upload, ohne dass das Auge auf der typischen Lesentfernung einen Unterschied erkennt.

    Tipp: Bei der Druckerei nach 'Effective DPI' fragen - das ist die Aufloesung an der Zielgroesse, nicht in der Originaldatei.

    [1]

Quellen

  1. [1]FGSV — Richtlinien fuer Hinweisschilder im Strassenraum (RHIS)Forschungsgesellschaft fuer Strassen- und Verkehrswesen e.V. — 01.06.2009 · Abschnitt 4.2: Schrifthoehen und Lesentfernungen
    Die FGSV-Richtlinie verankert fuer Hinweis- und Wegweiser-Beschriftung die Faustregel, dass 1 Zentimeter Versalhoehe rund 1 Meter Lesentfernung ergibt. Sie gilt als Industrie-Referenz fuer die Schrift…
    Archiviert ↗
  2. [2]DIN EN 1991-1-4:2010-12 — Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke - WindlastenDeutsches Institut fuer Normung e.V. — 01.12.2010 · Abschnitt 7.4: Vertikale Wandaehnliche Bauwerke
    DIN EN 1991-1-4 (Eurocode 1) regelt die Berechnung von Windlasten auf Bauwerke. Fuer geschlossene Werbeflaechen ist die volle Staudruck-Last anzusetzen, fuer Mesh mit Oeffnungsanteil reduziert sich di…
    Archiviert ↗
  3. [3]FESPA Best Practice — Banner Production and InstallationFESPA — Federation of European Screen Printers Associations — 15.04.2023 · Sections: Material Choice, Finishing, Installation
    Die FESPA, der europaeische Branchenverband, dokumentiert in ihrer Best-Practice-Reihe die in der Werbetechnik etablierten Standardgroessen, Saumarten und Befestigungsabstaende fuer PVC- und Mesh-Bann…
    Archiviert ↗

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